Tagesarchiv für den 16. April 2008

Vergabe von Krediten: Scoring entscheidet über die Entscheidung

Wer einen Kredit beantragen möchte, muss sich oft eine Vielzahl von Hürden überwinden und eine Menge an offenen Fragen klären: Hat man einen Eintrag bei der Schufa? Ist die Kreditkarte überzogen? Wie sieht es mit dem Dispo auf dem Girokonto aus? Was viele nicht wissen: Viele Banken, die dem scheinbar günstige und schnelle Kredite schmackhaft machen wollen, bedienen sich einer skurrilen Methode, wenn es um die Entscheidung geht, ob ein Kredit genehmigt wird bzw. wie hoch die Zinsen sind, die im Fall der Kreditvergabe monatlich von dem, der den Kredit nehmen will, gezahlt werden soll. Die Methode, die als „Statistik” bei der Vergabe von Krediten von manchen Kreditinstituten herangezogen wird, wird Scoring genannt, wurde in den USA und läuft nach folgenden Parametern ab: Ein Computerprogramm bewertet Merkmale wie den Familienstand des Kunden in einem Punktesystem, dem namensgebenden Score. Grundlage der Bewertung ist eine Statistik. Hatte die Bank in den vergangenen Jahrzehnten etwa besonders häufig Ausfälle bei Krediten von geschiedenen Müttern unter 40 zu verzeichnen, muss jede junge Mutter dem Merkmal „Scheidung” mit Punktabzug beim Scoring und damit hohe Zinsen beim Kredit oder gar eine Ablehnung des Kredits befürchten. Dabei macht das kühl kalkulierende Computerprogramm auch keinen Halt vor zum Beispiel besser verdienenden Beamtinnen mit Immobilienbesitz. Sind diese Mitglieder genannter Gruppe geschieden und jünger als 40 Jahre, bekommen sie für diesen „Umstand”  genau so viele Punkte abgezogen wie zum Beispiel eine geschiedene Mittdreißigerin, die einen Job als Putzfrau hat. Steht am Ende des Scorings, also am Ende der Computerberechnung eine niedrige Punktzahl, bedeutet das für das Kreditinstitut ein hohes Risiko. Dieses Risiko lässt sich das Kreditinstitut mit hohen Zinsen absichern, die der Kreditnehmer berappen muss. Aus der Sicht der Kreditinstitute sichert das Scoring objektive und faire Entscheidungen, was Kredite anbelangt. Kritiker des Scorings sind da allerdings ganz anderer Meinung und führen an, dass. Verbraucher beim Prinzip des Scoring in Schubladen gesteckt werden die viel zu theoretisch sind und nicht darüber entscheiden sollten, wer einen Kredit bekommt, wer hohe Zinsen für einen Kredit bezahlen muss und wer nicht.

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Wann darf man bei der Schufa registriert sein und wann nicht?

Die Folgen, die sich ergeben, wenn man bei der Schufa einen negativen Eintrag hat, sind für den Betroffenen meist sehr beträchtlich sein. Man kann schon gehörige Schwierigkeiten bekommen, ein neues Girokonto zu eröffnen, eine Kreditkarte zu beantragen oder generell günstige Kredite zu erhalten. Will man die Bank wechseln oder ein neues Girokonto bei einer anderen Bank eröffnen, wird direkt von der jeweiligen Bank wie selbstverständlich eine Auskunft bei der Schufa eingeholt, da diese Schufa-Auskunft Bestandteil des Vertragwerks bei der Eröffnung eines Girokontos ist. Doch nicht nur bei einer Bank begegnet man der Schufa: Mittlerweile erfragen sogar Vermieter, wenn man eine Wohnung mieten möchte, vor Abschluss des Mietvertrags die Vorlage einer Schufa-Selbstauskunft vom potentiellen Mieter. Bei der Eröffnung eines Girokontos unterschreibt der Antragsteller normalerweise bereits auf dem Eröffnungsantragsformular eine Schufa-Klausel. Wie der Bundesgerichtshof mittlerweile definierte, ist es fraglich, ob eine Schufa-Klausel überhaupt generell einfach so formularmäßig in  Allgemeine Geschäftsbedingungen  aufgenommen werden darf. Diese Angelegenheit ist aber noch nicht definitiv entschieden. Allerdings mehren sich vor Deutschlands Gerichtshöfen die Fälle, in denen Kunden gar keine Schufa-Klausel unterschrieben hatten und ihnen trotzdem ein negativer Eintrag bei der Schufa angekündigt wurde. Dies ist gesetzlich definitiv nicht zulässig. Ob zulässig oder nicht: Generell gilt für Einträge bei der Schufa, dass diese Schufa-Einträge nach einer gesetzlich festgelegten Zeit wieder gelöscht werden müssen. Angaben über bei dem Antrag auf Eröffnung eines Girokontos beispielsweise müssen  nach 12 Monaten aus der Datenbank der Schufa gelöscht werden. Die Angaben werden allerdings nur 10 Tage in Auskünften bekanntgegeben.  Bei Krediten verhält es sich folgendermaßen: Kredite bleiben bis zum Ende des dritten Kalenderjahres nach dem Jahr der vollständigen Rückzahlung gespeichert. Wer mehr über seine Möglichkeiten bei der Aufnahme eines Kredits, der Eröffnung eines Girokontos oder der Beantragung einer Kreditkarte im Zusammenhang mit Einträgen bei der Schufa in Erfahrung bringen möchte, findet Informationen und Kontaktmöglichkeiten auf der Homepage der Schufa http://www.schufa.de/.

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